Zentralbanken sind seit 2010 Nettokäufer von Gold und haben sich zum wichtigsten strukturellen Treiber der globalen Goldnachfrage entwickelt. Im Jahr 2026 setzt sich dieser Trend fort — mit Q1-2026-Nettokäufen von ca. 290 Tonnen.

Warum Zentralbanken Gold kaufen

Die Hauptmotivation ist De-Dollarisierung: Der USD-Anteil an globalen Währungsreserven ist von ca. 71 Prozent im Jahr 2000 auf ca. 58 Prozent im Jahr 2026 gefallen. Zentralbanken aus Schwellenländern — insbesondere China, Russland, die Türkei, Indien und Länder des Nahen Ostens — diversifizieren aktiv weg vom Dollar in Gold.

Die grössten Goldhalter (Mai 2026)

USA: 8.133 Tonnen (75% der Reserven in Gold). Deutschland: 3.352 Tonnen (74%). Italien: 2.452 Tonnen (71%). Frankreich: 2.437 Tonnen (72%). Russland: 2.332 Tonnen (26%). China (PBOC): 2.280 Tonnen (5%) — aktiv aufstockend. Schweiz (SNB): 1.040 Tonnen (7%).

China: Der wichtigste marginale Käufer

Die PBOC hat seit 2022 kontinuierlich Gold zugekauft und ihren Anteil an den Gesamtreserven von unter 3 auf ca. 5 Prozent erhöht. Analysten schätzen, dass China langfristig auf 10–15 Prozent Gold-Reservenanteil anstrebt — was allein Hunderte zusätzlicher Tonnen Goldnachfrage pro Jahr bedeuten würde.

Strukturelle Bedeutung für den Goldpreis

Zentralbanken sind preisunempfindliche Käufer — sie kaufen strategisch, nicht opportunistisch. Das schafft einen strukturellen "Boden" unter dem Goldpreis. Selbst wenn Investitionsnachfrage nachlässt, stabilisiert Zentralbanknachfrage den Markt.

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