Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält 1.040 Tonnen Gold — eine der grössten nationalen Goldreserven weltweit im Verhältnis zur Wirtschaftsgrösse. Diese Reserven spielen eine zentrale Rolle für die Glaubwürdigkeit des Schweizer Frankens.
Warum hält die SNB so viel Gold?
Historisch dienten Goldreserven als Basis des Währungssystems (Goldstandard). Heute erfüllen sie andere Funktionen: Diversifikation der Währungsreserven weg vom Dollar, Krisenabsicherung (Gold kann auch dann liquidiert werden, wenn andere Länder die Kooperation verweigern) und internationale Glaubwürdigkeit. Die SNB-Goldreserven machen ca. 7 Prozent der gesamten SNB-Bilanzsumme aus.
Wo lagert das SNB-Gold?
Die SNB lagert ihr Gold an drei Standorten: ca. 70 Prozent in der Schweiz (Bern und ein weiterer undisklosierter Schweizer Standort), ca. 20 Prozent bei der Bank of England in London und ca. 10 Prozent bei der Bank of Canada in Ottawa. Diese geografische Diversifikation reduziert das Konzentrationsrisiko.
Historischer Kontext: Das Referendum von 2000
Im Jahr 2000 verkaufte die Schweiz ca. 1.300 Tonnen Gold (das "Goldverkaufs"-Programm) und reduzierte die Reserven von ca. 2.590 auf 1.290 Tonnen. Eine 2014er Volksinitiative, die weitere Goldverkäufe verbieten und die SNB zur Haltung von mindestens 20 Prozent ihrer Aktiva in Gold verpflichten sollte, wurde mit 77 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt.
Bedeutung für Anleger
Die SNB-Goldreserven bilden eine implizite Deckung für den CHF. In extremen Szenarien könnten die Reserven monetarisiert werden — ein theoretischer Backstop, der den Safe-Haven-Status des CHF und die Glaubwürdigkeit des Schweizer Goldmarkts verstärkt.
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