Platin und Palladium belegen eine einzigartige Nische im Edelmetallkomplex: Sie sind primär Industriemetalle mit bedeutender Investitionsnachfrage. Aktuell handelt Platin bei ca. 1.935 USD und Palladium bei ca. 1.364 USD je Feinunze — beide weit unter ihren jeweiligen Allzeithochs (Palladium bei 3.380 USD im Jahr 2022, Platin bei 2.300 USD im Jahr 2008).

Palladium: Das Katalysatormetall unter Druck

Ca. 85 Prozent der Palladiumnachfrage kommt aus Katalysatoren für Benzinmotoren. Der globale Übergang zu Elektrofahrzeugen (EVs) ist eine strukturelle Bedrohung. Mit wachsendem EV-Marktanteil (aktuell ca. 20 Prozent) wird die Palladiumnachfrage schrittweise sinken — was erklärt, warum Palladium seit seinem 2022er Hoch erheblich schlechter abgeschnitten hat als Gold.

Platin: Das Wasserstoffwirtschaft-Play

Platin wird sowohl in Benzinkatalysatoren als auch in Wasserstoff-Brennstoffzellen (PEM-Elektrolyseure und Brennstoffzellenfahrzeuge) eingesetzt. Da die Investitionen in grünen Wasserstoff beschleunigen, könnte die Platinnachfrage aus diesem Wachstumsbereich die sinkende Autokatalysatornachfrage kompensieren — was einen konstruktiveren mittelfristigen Ausblick für Platin gegenüber Palladium schafft.

Angebotskonzentration: Südafrika-Risiko

Über 70 Prozent des weltweiten Platin- und Palladiumangebots kommt aus Südafrika. Betriebsunterbrechungen (Stromausfälle, Streiks, Wasserknappheit) bei südafrikanischen Minen haben historisch zu starken Preisausschlägen geführt. Diese Angebotskonzentration ist eine wichtige Risikoprämie in beiden Metallen.

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