Edelmetalle erfüllen historisch eine spezifische Rolle in gemischten Portfolios: Sie entwickeln sich gut genau dann, wenn traditionelle Anlageklassen — Aktien, Anleihen — unter Druck geraten. Die Entscheidung, welche Edelmetalle in welchem Anteil zu halten sind, erfordert jedoch systematische Analyse.
Gold: Der Kern jedes Edelmetall-Portfolios
Gold ist das liquideste, meistforschte und am weitesten gehaltene Edelmetall. Seine Korrelation zu Aktien liegt langfristig nahe null — in einigen Krisenphasen sogar negativ. Der World Gold Council schätzt, dass eine Goldallokation von 5–15 Prozent in einem Mischportfolio den maximalen Drawdown um 2–4 Prozentpunkte reduziert, ohne die erwartete Rendite wesentlich zu schmälern. Gold in CHF: aktuell ca. 115 CHF/g; ATH am 29. Januar 2026 bei ca. 180 CHF/g (5.595 USD).
Silber: Industriemetall mit Edelmetallcharakter
Silber kombiniert zwei Nachfragetreiber: Investitionsnachfrage (ähnlich wie Gold) und Industrienachfrage (Solarindustrie, Elektronik, Medizintechnik). Das macht Silber volatiler als Gold, bietet aber auch höheres Aufwärtspotenzial. Das Gold/Silber-Ratio liegt aktuell bei ca. 60 — nahe dem historischen Langfristdurchschnitt. Silber erreichte am 29. Januar 2026 ein Hoch von 121,64 USD und notiert aktuell bei ca. 76 USD je Unze.
Platin: Das unterbewertete Industriemetall
Platin wurde historisch mit einem Aufschlag auf Gold gehandelt. Heute ist Platin günstiger als Gold — eine historisch ungewöhnliche Konstellation. Hauptnachfragetreiber sind die Automobilindustrie (Katalysatoren) und zunehmend die Wasserstoffwirtschaft (Elektrolyseure). Bei ca. 960 USD je Unze bietet Platin für Anleger mit 3–5-Jahres-Horizont ein potenziell attraktives Einstiegsniveau.
Palladium: Das volatile Spezialmetall
Palladium ist das speziellste der vier Edelmetalle. Die Nachfrage kommt fast ausschliesslich von Benzinkatalysatoren. Der Wechsel zu Elektrofahrzeugen ist struktureller Gegenwind. Palladium fiel von seinem ATH über 3.000 USD auf aktuell ca. 960 USD. Zur Diversifikation ist Palladium nur bedingt geeignet.
Empfohlene Portfolio-Allokation
Für ein ausgewogenes Edelmetall-Portfolio: Gold 60–70 Prozent (Kernfunktion: Kapitalerhalt); Silber 20–30 Prozent (Wachstumskomponente, höhere Volatilität); Platin/Palladium 0–10 Prozent (nur für erfahrene Anleger, spekulative Komponente). Von rund 1.830 USD (Jahresbeginn 2023) auf aktuell über 4.549 USD entspricht der Goldanstieg einem Plus von ca. 148 Prozent in Dollar über diesen Zeitraum.
Stack Tracker — GoldKurs.ch
Ihr Edelmetall-Portfolio in Echtzeit verfolgen — mit aktuellen Werten in CHF, EUR und USD.
→ Stack Tracker öffnen